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Das Berliner Startup-Ökosystem: Healthcare-spezifische Acceleratoren, Inkubatoren, Plattformen und weitere Unterstützer

Accelerator-Programme und Inkubatoren bieten jungen Unternehmen in der Anfangsphase Unterstützung und fördern so ihr Wachstum. In und um Berlin sind einige Programme angesiedelt, die nur auf den Gesundheitssektor ausgerichtet sind. Und es gibt noch weitere Plattformen und Unterstützungsangebote! Ein kurzer Überblick.

Was ist ein Accelerator?

„Accelerator“ bedeutet Beschleuniger und umfasst ein Förderprogramm für Startups in ihrer frühen Phase – quasi einen Startanschub. Ziel eines Accelerators ist somit häufig die Entwicklung eines marktreifen Produktes bzw. einer marktreifen Dienstleistung, die zu Ende des Programms am „Demo Day“ präsentiert wird. Der Förderzeitraum ist begrenzt (meist zwischen 8 und 16 Wochen) und beinhaltet typischerweise folgende Starthilfen:

  • Finanzierung (meist fünfstellig)
  • Bürofläche und -infrastruktur
  • Beratung (z.B. im Hinblick auf branchentypische oder juristische Fragen)
  • Vermittlung von wichtigen Kontakten; Zugang zu Netzwerken
  • PR-Unterstützung durch den Accelerator

Da geförderte Geschäftsideen immer von außerhalb eines Accelerator stammen, bewerben sich Gründerteams für diese Programme. Als Gegenleistung für die Unterstützung erhalten die Acceleratoren meist Mitspracherechte oder Unternehmensanteile an den geförderten Startups. Häufig werden Acceleratoren auch von großen Konzernen ausgerichtet, die sich so einen besseren Zugang zu branchenwichtigen Innovationen erhoffen.

Gesundheits-Acceleratoren in Berlin

In Berlin operieren aktuell zwei Accelerator-Programme mit einem starken Gesundheits-Fokus: Grant4Apps und der EyeFocus Accelerator.

Fünf Startups haben 2014 als erster Jahrgang den von Bayer unterstützte Grant4Apps-Accelerator abgeschlossen. Während des zehnwöchigen Programmes unterhielten die Unternehmen eine Unterstützung von jeweils 50.000€. Inzwischen wurde das Programm 2015 und 2016 wiederholt und auch auf weitere europäische Städte ausgeweitet. In Berlin ist das Programm und das dahinter stehende Team von Bayer, dass auch andere Veranstaltungen für die Digital Health Startupszene organisiert, eine nicht mehr wegzudenkende Institution. Die Bewerbungsfrist für die nächste Runde in Berlin endet vermutlich im Mai 2017.

Helios Hub als Teil der Helios Kliniken GmbH ist in Berlin angesiedelt und bietet Startups eine Plattform, „um digitale Lösungen rund um die Bedürfnisse von Patienten praxisfähig zu machen“.

Der EyeFocus Accelerator hat sich ganz auf das Themenfeld Augenheilkunde und -pflege spezialisiert. Das in Berlin und London basierte Programm wird von Bayer, Zeiss und Peperoni Venture Partners unterstützt. Den Startups werden jeweils 10.000 – 20.000€ zur Verfügung gestellt. Start des Programms war im Februar 2015, der Abschluss ist für Mai 2015 geplant. (Update Nov. 2016: EyeFocus scheint im Moment weltweit mit Veranstaltungen aktiv zu sein und nicht mehr auf Berlin beschränkt.)

Beim Startupbootcamp läuft gerade ein Programm zu Digital Health in Berlin, das im Februar 2017 endet. Vielleicht gibt es ja eine Neuauflage!

Was ist ein Inkubator?

Inkubatoren oder „Startup-Brutkästen“ unterstützen jungen Unternehmen ebenfalls bei der Existenzgründung. Die Überlebensrate der geförderten Unternehmen steigt dadurch um bis zu 87%.

Es gibt verschiedene Arten von Inkubatoren. Sie unterscheiden sich z.B. hinsichtlich der den Gründern zur Verfügung gestellten Unterstützung, die vom Prinzip ähnliche Leistungen wie in Acceleratoren umfassen kann (z.B. Finanzierung, Bereitstellung  von Bürofläche und Laboren, Beratung und Wissensvermittlung, Networking). Je nach Typ vermieten manche Inkubatoren allerdings „nur“ Büroflächen zu attraktiven Konditionen, während andere auch ein umfangreiches Coaching betreiben. Ebenso unterliegen Inkubatoren unterschiedlichen Finanzierungsmodellen (z.B. privatwirtschaftlich, öffentlich als Wirtschaftsfördermaßnahme oder durch Investoren). Manche Inkubatoren greifen von außen herangetragene Gründungsideen auf, während andere in-House entwickelte Ideen an Gründerteams vergeben und dann in Rahmen des „company-buildings“ fördern. Die Förderzeiträume sind meist länger als in Accelerator-Programmen (ca. ein Jahr).

Gesundheits-Inkubatoren in Berlin

In Berlin gibt es mit dem CoLaborator seit 2014 einen gesundheitsspezifischen Inkubator. Bayer betreibt diesen Inkubator neben einem weiteren CoLaborater in San Francisco und bietet u.a. Büro- und Laborflächen zur günstigen Miete an, schafft so ein kreatives Arbeitsumfeld und strebt Hilfe bei der Kontaktvermittlung zu möglichen weiteren Kooperationspartnern an.

Die Startup-Manufaktur Flying Health bietet ebenfalls Raum für Gesundheits-Startups.

Weitere interessante Angebote in Berlin sind:

Zudem bieten themenoffene Inkubatoren wie z.B. „ProfundXL“, das IZBM oder der Go:Incubator (Potsdam) ebenfalls Optionen für Startups aus dem Healthcare-Sektor.

Investoren mit Gesundheitsbezug in Berlin sind (u.a.):

Weitere Ansprechpartner, Unterstützer und Plattformen für Gesundheitsstartups in Berlin:

  • Die Startup-Sprechstunde von Pfizer zu wechselnden Themen (aktuelle Veranstaltungen am besten über Meet-up /Eventbrite suchen); dahinter steht ein größeres Kooperationsangebot für Startups (das Berlin Healthcare Lab)
  • Berlin Partner – Hilfe auch bei Kooperationen, Investorensuche und Formalien
  • Health 2.0 Berlin – viele aktuelle Events, viel Expertise und eine aktive Community
  • HealthCapital – in Berlin gibt es einen „Cluster Gesundheitswirtschaft“. Hier gibt es auch viele Angebote und Events zum Thema Digital Health
  • Meet-up nicht vergessen – wechselnde Aktualität der Gruppen und vielfältige Themen

Dieser Blog-Beitrag wird regelmäßig aktualisiert – ich freue mich auch über Hinweise in den Kommentaren oder bei Twitter!

Letzte Aktualisierung: 10. November 2016

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