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Digital Health – Was ist das eigentlich?

Den Blutzucker mit einer App kontrollieren? Den Schrittzähler mit dem Kalorienverbrauch synchronisieren? Und Patienten, die zur Arztbesuch gleich eine Excel-Tabelle mit den Erhebungen ihrer Apple Watch mitbringen…

Bild Handy

Das Internet und seine technischen Möglichkeiten verändern den Gesundheitssektor. Die Nutzung von Apps, Wearables (tragbare Computersysteme, die bei der Anwendung am Körper des Nutzers befestigt sind)  und Dritt-Tools (z.B. sprechende Pillendosen und Bluttests für zu Hause) erzeugen riesige Datenmengen, deren Auswertung völlig neue Möglichkeiten für Gesundheit und Fitness der Anwenderinnen eröffnet.

So bin ich immer wieder fasziniert, wenn ein neues Startup seine Geschäftsidee präsentiert! Aber selbst benutzen? Bei dem Gedanken wird mir irgendwie unwohl, da ich  eine Menge sehr persönlicher Daten preisgeben müsste.

Verschiedene Begriffe – z.B. Cybermedizin, Digital Health, Health 2.0, Health 4.0, E-Health, mHealth (mobile health), Wireless Health, Health Data und Connected Health  bezeichnen Teile der oben beschriebenen Entwicklungen. Aber was verbirgt sich eigentlich genau dahinter?

Digital Health – Worum geht es?

Medizin und digitale Technologie vernetzen sich – und das auf vielfältige Weise. Datenerfassung und -auswertung sowie die Kommunikation im Gesundheitssektor erfahren ganz neue Facetten. Daher finden sich Digital Health-Anwendungen in den Bereichen Vorhersage, Prävention, Diagnose und Therapie – und zwar sowohl mit Blick auf Erkrankungen als auch im Fitness- und Lifestyle-Segment.

Der Bereich „Digital Health“ ist durch ständige Innovation und Weiterentwicklung gekennzeichnet – was ihn in meinen Augen so spannend macht!

Was wird dadurch möglich?

Kostenreduzierungen und Qualitätssteigerungen im Gesundheitswesen, ein vereinfachter Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, verbesserte personalisierte Medizin und ein höheres Comittment der Nutzerinnen sind nur einige Potentiale der Digitalisierung des Gesundheitswesens.

Was treibt die Gesundheits-Digitalisierung voran?

Viele Menschen besitzen heute drahtlose, mit dem Internet verbundene Endgeräte (Smartphones, Tablets), die eine lückenlose Erhebung- und Auswertung von Gesundheitsdaten erst möglich machen. Mehr noch, diese Menschen vernetzen sich seit Jahren im Internet – der Austausch in auch teilweise anonymen Peer-Groups gehört für viele zum Alltag und kann somit einfach Bestandteil von Digital-Health Anwendungen werden. Fortschrittliche Hard- und Software-Sensoren ermöglichen die Entwicklung von immer neuen Waerables und Dritt-Tools. Auch Innovationen im Bereich der Genetik kommen vielen Ideen im Bereich Digital Health zugute.

Wer ist involviert?

Eigentlich fast alle Stakeholder des Gesundheitssektors – und das, ob sie wollen oder nicht. Früher oder später zumindest. Die Nutzer der entsprechenden Anwendungen sind Privatpersonen, die ihre Gesundheit und/oder Fitness fördern bzw. überwachen wollen. Diese informierten Nutzer werden sich konsequenterweise auch mit den so gewonnen Daten an ihre Vertrauenspersonen in der Gesundheitslandschaft: Ärztinnen, Apotheker, Physio- und Ergotherapeutinnen und Gesundheitscoaches werden zur Auswertung hinzugezogen bzw. müssen sich zu den neuen Technologien und Apps positionieren.

Typische Entwickler im Bereich Digital Health sind Startups, also junge Unternehmen, die neue Ideen und Geschäftsmodelle vorantreiben. Aber auch große etablierte Unternehmen verschließen nicht ihre Augen vor den aktuellen Entwicklungen und fördern beispielsweise die neuen Unternehmen in besonderen Programmen.

Auch ergeben sich auch ganz neue Möglichkeiten für beispielsweise Krankenversicherungen: Versicherungskonditionen und/oder Bonuszahlungen können an das Verhalten bzw. die erhobenen Daten der einzelnen Mitglieder geknüpft werden.

Schöne neue Welt  – und der Datenschutz?

Werden nun alle Nutzer von digitalen Gesundheitsanwendungen zum gefundenen Fressen von Datenkraken?  Angenommen, die Daten einer chronisch kranken Person gelangen in die Hände einer privaten Krankenversicherung. Oder in die des potentiellen Arbeitgebers. Keine schöne Vorstellung, finde ich! Damit bin ich – insbesondere mit Blick auf den deutschen Markt – wohl nicht allein. Datenschutz ist ein ganz großes Thema im Bereich Digitalisierung des Gesundheitswesens.

Und kann man das denn eigentlich ernst nehmen?

Ja, definitiv! In 2014 wurden 1,4 Milliarden Dollar in den Bereich Digital Health investiert, eine 124%ige Steigerung zum Vorjahr. Immer mehr Menschen nutzen diese Anwendungen (Studie von Deloitte).

Und ich muss zugeben: Manche Entwicklungen kommen mir extrem praktisch vor!

Bildquelle: pixabay.com

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